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MEINE HOCHZEITSREISE INS KRIEGSGEBIET      (04.03.2011.)

Brig-Glis Marija Culap Imhof verlor im Bosnien-krieg ihren Bruder. Heute siegt sie in ihrer Heimat gegen die Regierung.

Balegovac ist der Heimatort von Marija Culap Imhof. Ein Dorf in der Posavina im Norden von Bosnien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird der Ort 1945 in Novo Selo umbenannt.

Die rund 1800 Einwohner sind ausnahmslos Kroaten. Während des Krieges 1991 bis 1995 verlieren 18 junge Männer von Novo Selo ihr Leben. Mit ihren Namen werden nun Strassen im Dorf benannt. Dank Marija Culap Imhof, die 1990 nach Brig-Glis zog und kurze Zeit später im Oberwallis ihre Hochzeit feiert.

Die damalige Geographie- und Geschichtsstudentin erfährt unmittelbar nach ihrer Hochzeit, wie der Krieg ihre Heimat zerstört. "Ich habe oft mit meinen Eltern telefoniert, habe immer wieder geweint und wollte wissen wie es ihnen geht. Ich wollte sie unbedingt sehen."

"Kannte meine Heimat nicht mehr"

So treten Culap Imhof und ihr Mann ihre Hochzeitsreise nach Novo Selo an. "Mein Mann liess mich nicht alleine zurĂĽckfahren, deshalb fuhren wir gemeinsam zu meiner Familie." Nach 13 Stunden Busfahrt erreichen sie das Ziel.

"Wir sahen zerstörte Häuser und durch Minen gelöcherte Strassen. Ab und zu war eine Lücke zwischen den Häuserreihen. Auf unser Nachfragen meinte der Busfahrer lakonisch, es handle sich um Häuser, die durch Fliegerbomben getroffen worden seien. Ich erkannte mein Dorf nicht wieder. Als wir in der angrenzenden Stadt Odzak eintrafen, explodierte eine Mine zirka 50 Meter vor dem Bus auf der Strasse. Während des Tages hörten wir etliche Fliegerangriffe und dauernd das Geräusch explodierender Geschosse."

Aus Sicherheitsgründen übernachtet das frischverheiratete Paar in der Nähe der Grenze und reist am nächsten Tag weiter nach Zagreb.

"Die Brücke über die Save, über die wir nach Kroatien zurückfuhren, wurde eine halbe Stunde später durch einen Fliegerangriff zerstört."

 

 

FĂĽr jedes Kriegsopfer eine Strasse

Das Ende des Bosnienkrieges erlebt die heute als Krankenschwester arbeitende Culap Imhof vom Oberwallis aus. Hier erreicht sie auch die Hiobsbotschaft: Ihr jüngerer Bruder Marko ist umgekommen, einer von 18 aus dem Dorf. Deshalb wird die Kroatin auch aktiv, als eine Gruppe Leute letztes Jahr eine Version mit neuen Strassennamen in Novo Selo vorschlägt.


"Ich konnte mit diesen Vorschlägen nicht viel anfangen. Immer wurde alles fremdbestimmt: früher die Umbenennung des Dorfes und nun sollten die Strassen auch noch Namen von irgendwelchen Persönlichkeiten erhalten. Jetzt, da eine demokratische Beteiligung möglich ist, habe ich mich zum Handeln entschlossen und der Gemeinderegierung meine eigene Idee unterbreitet."


Sie schlägt vor, die Strassen nach den 18 jungen Männern aus dem Dorf zu benennen, welche ihr Leben zur Verteidigung ihrer Heimat liessen.


"Ich sammelte Unterschriften unter den Einwohnern." Da rund die Hälfte der Einheimischen nicht mehr im Dorf lebt, sammelt Culap Imhof auch in der Schweiz Unterschriften. "Manche unserer Einwohner sind nach Österreich ausgewandert, diese suchte einer meiner Brüder auf, der dort lebt."


Das Echo ist gewaltig. "Alle wollten sofort unterschreiben und zeigten sich sehr begeistert." So kommt es Ende 2010 zur Abstimmung. Der Vorlage wird mit fast 100 Prozent zugestimmt.
Zur Freude der Familienmütter sollen die Strassenschilder schon diesen Sommer montiert werden. Ein Grosserfolg. Deshalb überrascht es nicht, dass ein Bürger aus Novo Selo Culap Imhof zur Bürgerin des Jahres vorschlagen wollte. Verdient hätte sie es.


Simon Kalbermatten

www.rz-online.ch


 

 

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