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IM FALSCHEN FILM        (15.01.2019)

Ein Video sollte beweisen, dass es in Chemnitz zu Hetzjagden gekommen sei.


Nun meldet sich dessen Urheberin. Ihre Schilderung des Vorfalls unterscheidet sich stark von den Berichten der deutschen Leitmedien.

Selbst ein Besuch der deutschen Bundeskanzlerin in Chemnitz ist eine SpĂ€tfolge der Ereignisse um den 26. August 2018 in der ostdeutschen Stadt. Weltweites Aufsehen erregte ein neunzehn Sekunden langes Video. Es wurde von der Polit-Gruppe «Antifa Zeckenbiss» ins Netz gestellt, anschliessend von Zeit online ĂŒbernommen und explodierte dann in die öffentliche Wahrnehmung.

Es wurde als Beweis angefĂŒhrt, dass es in Chemnitz «Pogrome» (Spiegel-Kolumnist Augstein) oder zumindest «Hetzjagden» (Re-gierungssprecher Seibert und Bundeskanz-lerin Merkel) «auf Menschen anderen Aus-sehens» gegeben habe. Die Debatte darĂŒber fĂŒhrte zu einer veritablen Regierungskrise in Berlin und zur Entlassung des PrĂ€sidenten des deutschen Verfassungsschutzes. Der hatte öffentlich bezweifelt, dass diese Aufnahmen oder andere «belastbare Informationen» die Behauptung stĂŒtzen könnten, es sei in Chemnitz zu Hetzjagden gekommen.

Kurze RĂŒckblende: In der Nacht auf den 26. August wurde ein Deutscher mit kubanischen Wurzeln erstochen und seine zwei Begleiter mit Messerstichen schwer verletzt. Als dringend tatverdĂ€chtig gelten ein 23-jĂ€hriger Syrer und ein 22-jĂ€hriger Iraker. Die beiden Asylsuchenden sitzen seither in Untersuchungshaft.
Diese Tat und die darauffolgenden Manifestationen werden zu rechter Gewalt und Neonazi-MĂ€rschen umgedeutet. Naziparolen grölende Lumpen, die sich den DemonstrationszĂŒgen anschliessen und den Hitlergruss zeigen, werden als Beleg dafĂŒr angefĂŒhrt, dass in Chemnitz der braune Mob sein hĂ€ssliches Haupt erhebe und die Machtfrage stelle. Die Bevölkerung bis hinauf zum CDU-BĂŒrgermeister verwahrt sich gegen diesen Vorwurf und dagegen, dass in Chemnitz Hetzjagden auf AuslĂ€nder stattfĂ€nden.

Wer das Wort «Hetzjagd» oder den Beweis bezweifelt, ist ein Unmensch, ein Hetzer, ein Rechter, ein Brauner. Wer das Narrativ setzt, das Framing beherrscht, wie das moderndeutsch heisst, hat die begriffliche Oberhoheit und bestimmt den Diskurs, kann Abweichler stigmatisieren, sanktionieren, abqualifizieren.

Aber ist das Video wirklich ein Beweis fĂŒr Hetzjagden, zumindest fĂŒr eine? Man sieht, wie ein fremdlĂ€ndisch aussehender Mann von zwei anderen MĂ€nnern verfolgt wird, die «Verpiss dich!» rufen. Dem deutschen Magazin Tichys Einblick ist das gelungen, was alle anderen Medien schon lĂ€ngst hĂ€tten tun sollen: Es konnte mit der Urheberin des Videos und ihrem Mann sprechen. Beide wollen anonym bleiben, aus Furcht vor Übergriffen der militanten Antifa-Bewegung. Sie sind aber beide bereit, eidesstattlich zu versichern, dass es sich ganz anders abgespielt hat, als es in den Mainstream-Medien dargestellt wurde.

 

Böse Provokation

Tichys Einblick liess sich diese Darstellung von anderen Zeugen bestÀtigen und zitiert die 35-jÀhrige Frau: «Das neunzehn Sekunden lange Video ist um 16.52 Uhr am Tatsonntag in der letzten Etappe unseres Trauerzugs kurz vor dem Erreichen des Daniel-Tatortes aufgenommen worden.» Mit «Daniel-Tatort» meint sie den Ort, wo in der vorangegangenen Nacht der Deutsch-Kubaner erstochen worden war. Die Frau versichert, und ihr Mann und weitere Zeugen bestÀtigen das: «Es gab keine auslÀnderfeindlichen Rufe. Nichts Rechtsradikales.»

Ihr Mann ergĂ€nzt, dass seine Frau das Handy zu spĂ€t aus der Tasche genommen habe, um auch zu filmen, was diesen neunzehn Filmsekunden vorausging - «eine böse Provokation gegenĂŒber uns Trauernden. Durch zwei junge Migranten, die zunĂ€chst an der Bushaltestelle gestanden hatten und eigentlich aussahen wie wir». Beide seien aggressiv auf den Zug zugegangen und hĂ€tten gepöbelt: «Verpisst euch!»
Dann sei es zu einer Rangelei gekommen, in deren Verlauf «einem unserer Freunde der Inhalt eines Bierbechers ĂŒber seine Kleidung und wohl auch ins Gesicht geschĂŒttet wurde». Dieser TĂ€ter sei dann verfolgt worden. Weil sie gedacht habe, dass nun etwas passieren könnte, habe sie das Handy gezĂŒckt und eingeschaltet, sagt die Frau, und wegen der BefĂŒrchtung, dass ihr Mann, Kosename Hase, auch losstarten wolle, deutlich vernehmbar «Hase, du bleibst hier» gerufen. Sie beide, und nicht nur sie, hĂ€tten keine Hetz- oder Menschenjagden gesehen.

Der Autor des Beitrags, der online in Tichys Einblick erschienen ist, versichert gegenĂŒber der Weltwoche, dass er sich fĂŒr die AuthentizitĂ€t der Personen und des Gesagten verbĂŒrge, er habe aufgrund seiner wochenlangen Hintergrundrecherche nicht den geringsten Zweifel, dass sich die Ereignisse so abgespielt haben. Es ist ein weiteres Alarmsignal, dass es keinem der deutschen Leitmedien einfiel, mit der Frau, die das Video machte, Kontakt aufzunehmen. Es ist inzwischen nicht mehr verwunderlich, dass die Erkenntnisse dieser Recherche bislang in keinem deutschen Medium aufgenommen wurden.
Man lÀsst sich doch nicht durch die Wahrheit eine gute Story und den Begriff «Hetzjagd» kaputtmachen.

Von ReneZeyer, Weltwoche Nr. 47.18

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