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ENDZEITEN: DIE BALKANISIERUNG EUROPAS      (31.05.2012)

Das Wort "Endzeiten" erinnert an die biblischen Voraussagen √ľber einen linearen Zeitverlauf, der in ein apokalyptisches Ende der Welt einm√ľnden soll. Diese Idee ist typisch f√ľr den Offenbarungsmenschen, dessen Denken aus semitischen Quellen gespeist wird:

"Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde. Der erste Himmel und die erste Erde waren verschwunden, und das Meer war nicht mehr da. Ich sah, wie die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkam" (Offb. 21,1-4).

 

Schicksalszeit und lineare Zeit


Heute offenbart sich dieser "semitische Geist" im Glauben an st√§ndigen wirtschaftlichen Fortschritt und dessen ideologischen Ablegern: Kommunismus und Liberalismus. Doch man begegnet auch im europ√§ischen Erbe dem Begriff der Endzeiten, obgleich die europ√§ischen Endzeiten seit immer zyklischer Natur gewesen sind. In seinem Werk beschreibt Ernst J√ľnger die Schicksalszeiten im Gegensatz zu heutigen technokratischen, geradlinigen und me√übaren Zeiten. Kann es f√ľr Europ√§er noch schlimmer werden, als es schon ist? "Das Schicksal darf geahnt, gef√ľhlt, gef√ľrchtet, aber es darf nicht gewu√üt werden. Verhielte es sich anders, so w√ľrde der Mensch das Leben eines Gefangenen f√ľhren, der die Stunde seiner Hinrichtung kennt" (1).


F√ľr viele Menschen in Osteuropa - und besonders f√ľr die Systemkritiker - war einst das kommunistische System das Sinnbild der Endzeiten, das nachfolgende Sp√§tzeiten unbedingt ausschlie√üen sollte. Der Zeitverlauf schien im Kommunismus f√ľr immer verriegelt. Nach der Katastrophe von 1945 waren viele intelligente Europ√§er der Ansicht, da√ü nicht nur das Ende einer* Welt hereingebrochen war, sondern das Ende der Welt schlechthin.

F√ľr postmoderne Europ√§er stellt sich nun die Frage: Wo liegen die lokalen europ√§ischen Endzeiten und wo liegt die globale Endzeit? Vielleicht sind die europ√§ischen Endzeiten schon lange vorbei - und vielleicht sind alle Europ√§er schon seit Jahrzehnten tief im genetischen Verfall begriffen. Vielleicht sind Europ√§er am Ende schon etwas, das diesen Namen gar nicht mehr verdient? Das Problem f√ľr Europ√§er liegt in der richtigen Benennung der heutigen Systemzeiten, die zwar, wenn in gro√üem historischem Zeitraum gesehen, keine Rolle spielen, aber deren peinliche Dauer f√ľr ein Menschenalter eine Ewigkeit bedeutet. Wie sollen wir diese Zeit bewerten?


Die Zeitwahrnehmung, besonders im Ernstfall, wird am besten auf dem Balkan bemessen, einem Teil Europas, der st√§ndig den gro√üen tektonischen Einfl√ľssen ausgesetzt ist. Balkanisierung ist nicht nur eine Frage geopolitischer Entortung. Balkanisierung hei√üt auch: eine geistesgeschichtliche Entartung, wobei sich verschiedene politische Identit√§ten vermischen und st√§ndig von anderen Identit√§ten ersetzt werden. Jedoch, angesichts der heranr√ľckenden Katastrophen, kann jede Balkanisierung auch ein scharfes √úberlebenstalent hervorrufen. Dieses Talent kann man nur als gelassener Einzelg√§nger ohne irgendwelche politischen Verbindungen mit der heutigen Welt √ľben. Wenn n√∂tig, sollte man, wie es seit Jahrhunderten auf dem Balkan ist √ľblich ist, als Bauer leben, aber im Notfall auch schnell zur Waffe greifen k√∂nnen.

Die zwei Seiten der Balkanisierung

Heute jedoch gibt es zwei verschiedene Seiten der Balkanisierung. Auf der einen Seite gibt es in Europa noch immer den abgenutzten Haß zwischen artverwandten Europäern. Auf der anderen Seite kann man in ganzem Europa die herankommenden Kleinkriege mit Nichteuropäern als eine Art Neubalkanisierung betrachten. Im Lichte der ständigen Völkerwanderungen aus der Dritten Welt in der Richtung Europas sind alle Europäer Balkanesen geworden oder sollten sogar Balkanesen sein: Nicht unbedingt im negativen Sinne, sondern auch im positiven Überlebenssinne. Wer inmitten der wilden Tiere lebt, muß auch selbst ein Tier werden. Wie der italienische Soziologe, Vilfredo Pareto, treffend vor einhundert Jahren prophezeit hat: "Wer zum Lamm wird, findet bald einen Wolf, der einen auffrißt." (2).

Balkanisierung und interethnische Kleinkriege in Europa scheinen unvermeidlich zu sein, obgleich wir noch nicht wissen, welche Gestalt diese Balkanisierung und Kleinkriege annehmen werden. Man sollte sich wieder an den merkw√ľrdigen Charakter des Anarchs von Ernst J√ľnger aus seinem Roman Eumeswil* erinnern. Der Protagonist Martin Venator alias Anarch, lebt in der multikulturellen Kasbah sein Doppelleben; er ist kein Rebell, kein Dissident und hat sich auch sehr gut ins System eingef√ľgt. Jedoch in seinem Versteck hat er neben seinen B√ľchern auch Waffen. Er ha√üt das System. J√ľngers Roman kann auch als Bildungsroman f√ľr die heutigen Generationen der jungen Europ√§er gelten, √§hnlich dem j√ľngsten Balkankrieg, der auch eine didaktische Rolle f√ľr viele kroatischen K√§mpfer spielte.

Total√ľberfremdung - Gefahr und Chance

Kulturfremde Einwanderung nach Europa verlangt deswegen von uns eine neue Definition von uns selbst. Und hier sind wir Zeuge einer gro√üen Geschichtsironie: Unser heutiges ethnisches Bewu√ütsein und Kulturbewu√ütsein w√§chst im Verh√§ltnis zu den Wellen der Ankunft nichteurop√§ischer Zuwanderer nach Europa. Je mehr hereinkommen, desto mehr sind wir uns unserer eigenen Herkunft bewu√üt. K√∂nnen die heutigen europ√§ischen Nationalisten kulturell und ethnisch eine Vorstellung von sich selbst haben, ohne sich vom Anderen abzugrenzen? Die Endzeiten setzen immer die Ausgrenzung des Andersartigen voraus. Das erinnert an die kroatische Alt-Rechte, die ihr Kroatentum fast ausschlie√ülich auf dem Anti-Serbentum aufbaut. G√§be es irgendeine nationale oder rassische Identit√§t ohne die wahrgenommene oder die vorgestellte Gefahr von anderen nationalen oder rassischen Identit√§ten? √úbrigens sind solche negativen kleinstaatlichen Identit√§ten, die alle Europ√§er schmerzvoll erleben mu√üten, heute √ľberholt und nutzen den Europ√§ern nicht mehr. Heute sollte man die Zeiten mit anderen Mitteln messen, um den neuen Feinden besser zu begegnen.

Historisch gesehen haben die entgegengesetzten Euronationalismen und Balkanismen in Mittel- und Osteuropa nie eine konvergierende Wirkung f√ľr die europ√§ischen V√∂lker gehabt. Sie sind sch√§dlich gewesen und m√ľssen deshalb abgelehnt werden. Alle bisherigen Methoden der nationalen Selbstbestimmung - wie die Zugeh√∂rigkeit zu seinem Stamm oder einem eigenen Staat auf Kosten der benachbarten europ√§ischen Staaten und St√§mme, z. B. Polen gegen Deutsche, Serben gegen Kroaten oder Iren gegen Engl√§nder - haben sich als katastrophal erwiesen. Solche exklusiven Nationalismen legitimieren nur das neomarxistische und -liberale Experiment des Multikulturalismus. Cui bono?

Einiges darf man hier nicht √ľbersehen: Die alten europ√§ischen Nationalismen und Balkanismen haben alle sehr viel an europ√§ischen Menschenleben gekostet. Was jetzt den Europ√§ern √ľbrigbleibt, ist nur ihre gemeinsame ethnokulturelle Identit√§t, unabh√§ngig davon, ob sie in Australien, Kroatien, Chile oder Bayern leben. Ironischerweise bietet heutzutage ein neubalkanisiertes Europa und Amerika gutes Terrain f√ľr ein gemeinsames biopolitisches Erwachen. Angesichts der massiven Flut nichteurop√§ischer Einwanderer werden sich mehr und mehr Europ√§er ihrer eigenen ethnokulturellen und rassischen Herkunft bewu√üt. Die unmittelbare Gefahr der Total√ľberfremdung bietet jetzt eine Chance, das gro√üe Ganze zu sehen und die fr√ľhere Kleinstaaterei abzusch√ľtteln. Jetzt erleben alle Europ√§er t√§glich gef√§hrliche Ber√ľhrungen mit "neueurop√§ischen" V√∂lkerschaften, die ihnen total art- und kulturfremd sind. Was hei√üt heute ein Deutscher, ein Franzose, ein Amerikaner zu sein, da mehr als 10 Prozent der Bundesb√ľrger und mehr als 30 Prozent der Amerikaner nichtwei√üer Herkunft sind?

Kommunistischer Völkermord oder Multikultimord?

Die meisten autochthonen Europ√§er und wei√üen Amerikaner sind informiert √ľber die gef√§hrlichen Folgen der Neubalkanisierung, aber selten geben sie sich die M√ľhe, √ľber deren Ursachen nachzudenken. Ziehen wir zuerst ein paar Parallelen zwischen kommunistischem Terror und heutigem √úberfremdungsterror. In diesem Zusammenhang k√∂nnen die Schilderungen des m√∂rderischen Wirkens der Kommunisten in Osteuropa und besonders auf dem Balkan nach dem Zweiten Weltkrieg als Beispiel dienen, um die heutige Lage der Totalbalkanisierung und -√ľberfremdung in ganz Europa besser zu begreifen. Freilich, die Thematisierung der Zeitgeschichte in Europa bzw. im heutigen Kroatien ist, √§hnlich wie in Deutschland, nicht erw√ľnscht und bleibt deshalb oftmals soge-nannten "Rechtsradikalen", "Revanchisten" und "Revisionisten" vorbehalten. Deswegen besteht auch f√ľr einen gelassenen kroatischen oder deutschen Anarch die Gefahr, da√ü er jedesmal, wenn er einen kausalen Nexus zwischen den kommunistischen V√∂lkermorden vor und nach 1945 in Osteuropa und dem heutigen √úberfremdungsmord herstellt, als "Rechtsextremist" gebrandmarkt wird. Der Einzelne und sein Doppelg√§nger Anarch m√ľssen daher ein gutes Einf√ľhlungsverm√∂gen in die Seele des Andersartigen haben und immer vorausdenken.

Im Zuge des Terrors, den die Kommunisten nach dem Zweiten Weltkrieg von K√§rnten bis Mazedonien durchf√ľhrten, spielten ideologische Gr√ľnde, also der ber√ľhmte "Klassenkampf", eine mindere Rolle. Viel bestimmender war ein pathologischer Neid der Kommunisten und ihre Erkenntnis, da√ü ihre antikommunistischen und nationalistischen Feinde, insbesondere kroatische, slowenische und volksdeutsche Intellektuelle, intelligenter waren und eine h√∂here moralische Integrit√§t besa√üen. Solch eine Partisanengesinnung bzw. solche philo- und pal√§okommunistischen Gedankeng√§nge sind typisch f√ľr die heutigen au√üereurop√§ischen Zuwanderer, wenngleich sie noch nicht im Stande, sind ihren Neid und ihren Ha√ü gegen die Autochthonen in einen direkten Konflikt umzuwandeln. Die kommunistischen V√∂lkermorde nach dem Zweiten Weltkrieg hatten Einflu√ü auf den R√ľckgang der kulturellen und genetischen Fortentwicklung in Kroatien und anderswo in Osteuropa. Die kroatische Mittelschicht und eine gro√üe Anzahl intelligenter Menschen wurden einfach ausgel√∂scht und konnten nicht ihr Erbe, ihre Intelligenz und ihre Schaffenskraft an ihre Nachkommen weitergeben.

Balkanisierung und Multi-Kulti als kommunistische Ersatzideologie

Wo also liegen die Parallelen zum neuen √úberfremdungsterror in Westeuropa? Man mu√ü feststellen: Das, was die fr√ľheren Kommunisten mit ihrem Terror in Mittel- und Osteuropa nicht vollenden konnten, erreicht die heutige liberale "Superklasse" mit ihrer sanften Ersatzideologie des Multikulturalismus. Der st√§ndige Zuzug von Nichteurop√§ern f√ľhrt zum Niedergang des europ√§ischen Genpools. So sieht man deutlich die krassen Auswirkungen der Gleichheitsideologie und ihres gr√∂√üten Vollstreckers, des Kommunismus, der einst lehrte, da√ü alle Menschen gleich seien.

Im Liberalismus wird das Mordinstrument zwar anders benutzt, die Folgen sind aber denen im Kommunismus gleich. Das liberale System glaubt, da√ü alle europ√§ischen V√∂lker in einem neokommunistischen bzw. liberal-multikulturellen Suprastaat von nichteurop√§ischen St√§mmen stets ersetzt werden k√∂nnen und wie Verbrauchsmaterial st√§ndig reproduziert werden sollten. Balkanisierung und Multikulturalismus funktionieren heute als Ersatzideologie f√ľr den verbrauchten und diskreditierten Kommunismus. Beide Systeme sind bei den Zuwanderern aus der Dritten Welt beliebt, aber auch bei den wei√üen Linksintellektuellen des Westens, die immer auf der Suche nach neuer Politromantik sind. Der Kommunismus ging in Osteuropa zugrunde, weil er sich als Neomarxismus in der Praxis viel besser in Westeuropa verwirklicht hat.

Die Schuld an der Balkanisierung Europas und Amerikas tragen die Kapitalisten. Es liegt in ihrem Interesse, eine billige millionenstarke Reservearmee zur Arbeit nach Deutschland und Westeuropa zu holen, so da√ü sie immer wieder die L√∂hne der einheimischen Arbeitnehmer herabsenken k√∂nnen. (3) Diese importierten und zugewanderten Arbeitskr√§fte in Europa haben niedrige Intelligenz, wenig Sozialbewu√ütsein und gar kein Gesp√ľr f√ľr die europ√§ische Kultur. Deswegen sind sie besser manipulierbar. Und deswegen sollte man die wei√üe kapitalistische "Superklasse" als Hauptfeind betrachten. Der H√§ndler hat keine Identit√§t. Einem deutschen B√∂rsenmakler oder einem kroatischen Ex-Kommunisten und heutigen Spekulanten ist es v√∂llig egal, wo seine Heimat liegt - so lange er Geld verdient. Schon der Urvater des Kapitalismus, der ber√ľchtigte, jedoch hochgepriesene Adam Smith, schrieb: "Der Kaufmann ist nicht unbedingt der B√ľrger irgendwelchen Landes." (4)

Der Fehler der Nationalgesinnten in Europa und den USA ist die Verwechselung von Ursachen und Wirkung des Multikultisystems: Nicht die vorderasiatischen oder afrikanischen Einwanderer tragen Schuld an der drohenden Balkanisierung Europas, sondern die Systempolitiker und ihre sogenannte kapitalistische "Superklasse". Hinzu kommt auch die weit verbreite Meinung, da√ü der Islam mit seiner angeblich gef√§hrlichen und gewaltt√§tigen Religion der Hauptfeind ist. Man sollte hier aber zwischen Religion und ethnischer Herkunft differenzieren. Zudem sollte man sich auch daran erinnern, da√ü das j√ľdische Alte Testament nicht gerade friedensstiftende Prosa ist. Und auch wenn man das Evangelium liest, sollte man sich an den Terror des Drei√üigj√§hrigen Krieges erinnern, der unter dem Zeichen der christlichen Konfessionen gef√ľhrt wurde. Aber auch sonst ist Religionskritik nicht geeignet, um Masseneinwanderung zu kritisieren. Die meisten der 30 Millionen illegalen Einwanderer in Amerika sind fromme Katholiken aus Lateinamerika, die p√§pstlicher sind als der Papst, obgleich sie den Europ√§ern nicht artverwandt sind und einer anderen Rasse und einem anderen Kulturkreis angeh√∂ren.

Das Kapital will Balkanisierung, da das Kapital keine Heimat kennt. Es kennt nur die Mobilit√§t der Arbeitskr√§fte √ľber nationale Grenzen hinweg. Deshalb soll der neue Anarch nicht schockiert sein √ľber die stillschweigende und heilige Allianz zwischen dem Kommissar und dem H√§ndler, zwischen dem Big* Business* und der Linkschickeria. Die Linke spricht sich f√ľr die Masseneinwanderung aus, da die Einwanderer f√ľr sie heute das Ersatzproletariat bedeuten. F√ľr den Kapitalisten ist es vorteilhaft, Menschen aus der Dritten Welt nach Europa zu holen, weil diese den Interessen des Kapitalismus dienen. Das Kapital mit seinen Schmugglern von Menschen und G√ľtern auf der einen und die Antifas, P√§derasten, Menschenrechtsaktivisten und christlichen Aktivisten auf der anderen Seite: das sind heute die echten Wortf√ľhrer f√ľr die Abschaffung der Grenzen und die Lautsprecher f√ľr ein multirassisches, multikulturelles und wurzelloses Europa. Der Kapitalist zielt auf den Abbau des Wohlfahrtsstaates, da ihm jeder Staat zu teuer ist. Ein linker Antifa will den Nationalstaat ebenso abschaffen, da f√ľr ihn jeder Staat nach Faschismus riecht. Trotz des offiziellen Zusammenbruchs des Kommunismus sind die kommunistischen Ideen der Gleichmacherei und der Glaube an den Fortschritt mehr als je lebendig im heutigen liberal-multikulturellen Europa, wenn auch in anderer Form und unter anderen Namen - und dies sogar unter vielen Menschen, die sich selbst als Antikommunisten deklarieren.

Identität in den Spätzeiten

Wie soll unsere neue Identit√§t hei√üen? Der neueurop√§ische Anarch mu√ü sich bem√ľhen seine Kultur und sein Rassebewu√ütsein zu erhalten. Der Rassebegriff kann nicht geleugnet werden, auch wenn dieser Begriff heute kriminalisiert wird. Man kann seine Religion, seine Gewohnheiten, seine politischen Ansichten, sein Territorium, seine Nationalit√§t, und auch seinen Pa√ü wechseln, aber man kann seinen Erbanlagen nunmal nicht entfliehen. Die Soziobiologie wird in den politischen Analysen der liberalen Medien mit Spott und Ekel bedacht, wenngleich der Anarch wissen sollte, insbesondere wenn der Ausnahmezustand ausgerufen wird, da√ü er zuerst zu seinem eigenen Stamm und zu seiner Sippe zu halten hat. Sollte er es vergessen, wird der "Andersartige" nicht z√∂gern, ihn schnell an seine Sippe oder an seine Rasse zu erinnern. Der j√ľngste Krieg in Jugoslawien war ein klares Vorzeichen dessen, wie man seine "neue Identit√§t" erwirbt bzw. wie man ein Zufalls- oder "Berufs"-Kroate wird. (5)

Jedoch Rassebewu√ütsein allein gen√ľgt in den Endzeiten nicht als Hilfsmittel f√ľr vollkommene Identit√§t. Rasse mu√ü immer in gr√∂√üerer, in geistiger Weise verinnerlicht werden. Rasse ist nicht nur ein biologisches Gegebenes - Rasse hei√üt auch geistige Verantwortung. Es gibt viele, viele Wei√üe in Europa und Amerika, die geistig total degeneriert sind - trotz eines gutaussehenden "nordischen" K√∂rpers. Ein solcher K√∂rper ist jedoch keinesfalls Garant f√ľr einen ebensolchen Charakter. Schon Ludwig Clau√ü schrieb: "Seelenkundlich eine Rasse erforschen, bedeutet zun√§chst: den Sinn ihrer leiblichen Gestalt erkennen. Dieser Sinn aber ist nur aus der seelischen Gestalt verstehbar." (6)

Um europ√§ische Identit√§t wiederherzustellen, mu√ü der heutige Anarch zun√§chst den Kapitalismus demontieren. Zweitens mu√ü er auch die Gleichheitslehre des Christentums kritisch √ľberpr√ľfen. Nichteurop√§ische Einwanderer wissen genau, da√ü sie nur im christlich gepr√§gten Europa mit seiner Sp√§treligion der Menschrechte und seinem Nationalmasochismus gut und sorglos leben k√∂nnen. Gef√ľhle des Selbsthasses gibt es weder bei ihnen noch den Politikern in ihren Heimatl√§ndern. Jene Wei√üe, jene Waldg√§nger, die in den L√§ndern der Dritten Welt gelebt haben, wissen sehr gut, was rassische Ausgrenzung und Diskriminierungen gegen die eigene Bev√∂lkerung in den L√§ndern der Dritten Welt bedeutet. Ein Mestize aus Mexiko oder ein Ostt√ľrke aus Ankara wei√ü genau, welchem rassischen und kulturellen Kreis er in seiner Heimat geh√∂rt. Er hat nichts zu suchen bei den "T√ľrken" aus der Oberschicht, die ihn st√§ndig ausgrenzen und die auf ihre eigene albanische oder ihre bosnische Herkunft sehr stolz sind und sich dazu in der √Ėffentlichkeit bekennen. Im Gegensatz dazu bieten Deutschland bzw. Amerika diesen Mischlingen aus der Dritten Welt die M√∂glichkeiten an, die ihnen aufgrund ihrer Herkunft in ihrer Heimat f√ľr immer versperrt bleiben.

Das Gro√ükapital der wei√üen Oligarchie in Europa, gepaart mit Schuldgef√ľhlen der Sp√§tchristen auf der einen Seite und linken Bef√ľrwortern der Rassenpromiskuit√§t auf der anderen Seite, sorgen f√ľr die volle Legitimit√§t der Abermillionen nichteurop√§ischer Zuwanderer. Wenn die Europ√§er wieder eine eigene Identit√§t aufbauen wollen, sollten sie zuerst den Kapitalismus und die Frei-markttheologie demythologisieren. Auslandsimmigration kommt dann sofort zum Stillstand! Denn Einwanderer haben dann kein Motiv mehr, in den L√§ndern der Andersartigen zu leben und daran gro√üe Erwartungen zu kn√ľpfen.

Optimistisch betrachtet, ist der Liberalismus am Ende. Sein Experiment mit den abstrakten Dogmen des Multikulturalismus, seinem wirtschaftlichem Fortschritt und seiner ethnisch undefinierten Bev√∂lkerung ist gescheitert. Sowohl in Europa als auch in den USA zeigt sich t√§glich, da√ü das liberale Experiment tot ist. Es gibt daf√ľr gen√ľgend empirische Beweise. Nun ist es ein typisches Merkmal von dahinsiechenden politischen Klassen, in weihevollen Worten √ľber ihre Unfehlbarkeit, √ľber ihre Ewigkeit, √ľber die Wahrhaftigkeit ihres Systems zu dozieren - gerade in dem Moment, wenn ihr System auseinanderf√§llt. Solch selbstgef√§lliges Wunschdenken hat man unz√§hlige Male in der Geschichte er-lebt. Die fingierten Selbstvorstellungen der heutigen herrschenden Klassen √ľber die Endzeiten und das "Ende der Geschichte" √§hneln der Denkweise der politischen Klasse in der ehemaligen DDR und der Sowjetunion kurz vor ihrem Zusammenbruch. In Sommer 1989 noch gab es gro√üe Paraden in der DDR, wobei die dortigen Politiker von der Unzerst√∂rbarkeit des Kommunismus schw√§rmten. Wenige Monat sp√§ter fiel die Mauer - und das System war tot. Und somit kam auch das Ende einer Welt und das Ende einer Runde europ√§ischer Schicksaalzeiten. Die heute herrschende Klasse in Deutschland und der EU wei√ü gar nicht, wohin sie will und was sie mit sich selbst tun soll. Sie ist viel schw√§cher, als sie es zeigen will. Der Anarch lebt wieder in einer h√∂chst spannenden historischen Zeitleere, und es h√§ngt von seiner Willenskraft ab, welchen Sinn er dieser Zeitleere geben wird.


Dr. Tomislav Sunic

Hier & Jetzt (Ausgabe 18; Fr√ľhjahr 2012)
http://www.hier-und-jetzt-magazin.de/

Netzseite: www.tomsunic.info

Fußnoten :
1. Ernst J√ľnger, An der Zeitmauer, (Cotta- Klett Verlag, 1959), Seite 25.

2) Vilfredo Pareto, "Dangers of Socialism", The Other Pareto (St. Martin's, 1980), Seite 125.

3. Alain de Benoist, " L'immigration, armée de réserve du capital ", Eléments, Nr. 138 (April- Juni 2011).
4 Adam Smith, An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations, 2 Vol. (Edinburgh, Printed, at the Univ. Press, for T. Nelson, 1827) p. 172.
http://www.econlib.org/library/Smith/smWN11.html

5. Tomislav Sunic, La Croatie, un pays par défaut? (Avatar, 2010).
6. Ludwig Clauß, Rasse und Charakter, (Verlag Moritz Diesterweg, Frankfurt a. M. 1942), Seite 43.

 

 

 

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