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EIN BABY IM PACKET        (20.04.2019)

Gerechte unter den V├Âlkern

Irgendwann im Winter 1941/42 wurde den B├╝ros der J├╝dischen Gemeinde in Zagreb, die unter strenger ├ťberwachung des Ustascha-Regimes operierte, ein ungew├Âhnliches Paket zugestellt. Es wurde von einem Mann geliefert, der den Karton deponierte und ohne Erkl├Ąrung ging. Als die Kiste ge├Âffnet wurde, fanden die Gemeindebeamten erstaunt ein kleines Baby und einen Zettel: ÔÇ×Bitte bring dieses Baby zu meiner Cousine Blanka F├╝rstÔÇť. Der Vorfall wurde von Abraham Joshko beschrieben: ÔÇ×Eines Tages, Ende 1941 oder Anfang 1942, brachte ein Mann ein Paket in die j├╝dische Gemeinde, in der ich arbeitete, und lie├č es dort liegen. Als ich das Paket ├Âffnete, war ich fassungslos war ein sch├Ânes Baby, und ein Zettel mit der Adresse von Blanka F├╝rst".

F├╝rst wurde angerufen und erkl├Ąrte nach einem tr├Ąnenreichen Wiedersehen mit ihrer kleinen Nichte Dina, dass der Vater des Kindes, Dragutin B├╝chler, nach Jasenovac ÔÇô dem gr├Â├čten Lager der kroatischen Faschisten ÔÇô geschickt worden sei, von wo er nie zur├╝ckgekehrt sei. Die Mutter Blanka B├╝chler war mit ihrer Tochter festgenommen und im Lager Loborgrad inhaftiert worden. Es schien, dass die Mutter einen Weg gefunden hatte, ihr Baby aus dem Lager zu schmuggeln.

F├╝rst nahm ihre kleine Nichte mit nach Hause, doch als die Deutschen 1942 begannen, Juden nach Auschwitz zu deportieren, wurde es gef├Ąhrlich. Sie wollte sich den Partisanen anschlie├čen und musste einen sicheren Platz f├╝r ihre kleine Nichte finden. Sie ging zu einem Kloster, aber die Nonnen hatten das Gef├╝hl, ein so junges Baby nicht aufnehmen zu k├Ânnen. Sie fand dann eine Frau, die bereit war, das Baby gegen Bezahlung zu nehmen. Blanka gab das Baby in die Obhut der Frau und ging. Als ihre Freundin aus der Vorkriegszeit, Djina Beritic, das Kind jedoch besuchte, stellte sie fest, dass es an Unterern├Ąhrung litt und sehr wenig Kleidung hatte. Ungeachtet der Gefahr f├╝r sich und ihren Sohn Tihomil beschloss Beretic, das kleine M├Ądchen aus dem Heim, in dem sie offensichtlich schlecht behandelt wurde, wegzunehmen und Dina zu ihr nach Hause zu bringen.

Beritics Ehemann war Seemann, der fast nie zu Hause war, und die ganze Verantwortung lag auf ihren Schultern. Sie und ihr Sohn, ein Medizinstudent, k├╝mmerten sich liebevoll um die kleine Dina und brachten dem Kind Lesen und Schreiben bei. Beritic wankte auch nicht, als Ger├╝chte verbreitet wurden, sie verstecke ein j├╝disches Kind und ihre Nachbarn drohten, sie zu denunzieren. Um Dina zu besch├╝tzen, lie├č sie sie taufen, ├Ąnderte ihren Namen in Marija und lehrte sie beten.

Als der Krieg endete, kehrten Dinas Eltern nicht zur├╝ck. Sie waren beide im Holocaust umgekommen. Blanka, die Tante, die sich den Partisanen angeschlossen hatte, kam, um das Kind zu holen. Dina war sehr verzweifelt, das warme Zuhause von Djina Beretic zu verlassen, die sie lange Zeit gepflegt hatte. Trotz der Schwierigkeiten, sich von dem geliebten Kind zu trennen, erkl├Ąrte Beritic Dina, dass sie J├╝din sei und in ihrer eigenen Familie aufwachsen sollte. Dina wanderte sp├Ąter nach Israel aus, hielt aber weiterhin Kontakt zu ihren Rettern.

1994 wurden Djina-Gertruda Beritic und ihr Sohn Tihomil Beritic als Gerechte unter den V├Âlkern anerkannt.

 

Eltern Dragan und Blanka B├╝chler

Dina und Djina Beritic

 in Zagreb 1993

 

Dina 1948

 

Tihomil Beritic und Dina Chen bei der Verleihung des Titels der Gerechten 1995

 

https://www.yadvashem.org/righteous/stories/beritic.html

Vorbereitung: D. Gaupp

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