Neue Seite 1
HRVATSKA KULTURNA ZAJEDNICA U ŠVICARSKOJ
   

  

 

HKZ-KKV
  Home
‹ber uns
‹ber Kroatien
  Aus der Schweiz
  Geschichte-Politik
 

 

Kroatischer Kulturverein

Hrvatska Kulturna Zajednica

Postfach

CH-8050 Zuerich

 


 
 
 
hakave.gif
 
 

 

 

 

hous-logo.jpg

   
   
   
   
   
   
 

BLEIBURG       (07.05.2019)

Fluchtpunkt K√§rnten ‚Äď Die Trag√∂die von Bleiburg und Viktring

Eine der gr√∂√üten K√§rntner Nachkriegsdokumentationen aller Zeiten, ein Film von ORF-Filmemacher Ferdinand Macek, wird am 9. Mai 2019 im Grenzlandheim/Altes Kino Bleiburg, f√ľr die Bev√∂lkerung aus dem Bezirk V√∂lkermarkt zu sehen sein.

Grundlage des Dokumentationsfilms ist die in vier Sprachen erschienene wissenschaftliche Studie des Historikers und Zeitgeschichteexperten Dr. Florian Thomas Rulitz ‚ÄěDie Trag√∂die von Bleiburg und Viktring. Partisanengewalt in K√§rnten am Beispiel der antikommunistischen Fl√ľchtlinge im Mai 1945‚Äú. Regisseur Macek diente die Studie als Drehgrundlage. Er begleitete Rulitz zehn Jahre lang bei Zeitzeugenberichten, Interviews mit historischen Experten und Aufarbeitungen von unerforschten Quellen (Pfarre, Gendarmerie, britische Milit√§rquellen). Der Dokumentationsfilm lief vor einem Jahr in Klagenfurt unter dem Ehrenschutz vom Landeshauptmann Peter Kaiser und wurde damals auch von ORF III ausgestrahlt. Veranstalter ist die Firma Best Media mit Unterst√ľtzung des K√§rntner Heimatdienstes. Zur Filmpr√§sentation und der anschlie√üenden Podiumsdiskussion von Historikern des Bleiburger Ehrenzuges und der K√§rntner Konsensgruppe sind Medien, Bildungsinstitute und Politiker aus √Ėsterreich, Slowenien und Kroatien eingeladen.

Politische Entwicklung


Der Film behandelt die Vorgeschichte der brachialen Besatzungspolitik der Deutschen und Italiener von 1941 bis 1945 in Jugoslawien. Die kommunistisch dominierten jugoslawischen Partisanen formierten sich (wie auch Tschetniks) gegen die Besatzungstruppen (Deutsche, Italiener). Die Besatzer machten sich zu Nutze, dass einige Bev√∂lkerungsschichten nicht f√ľr den Partisanen-Widerstand gewonnen werden konnten. Sie stellten Verb√§nde auf, wie die slowenischen Domobranzen, die kroatischen Ustascha/Domobranen, die serbischen Tschetniks, und unterst√ľtzten sie mit Waffen, um die Partisanen zu bek√§mpfen. Es entstand der B√ľrgerkrieg, der vor allem auf dem Gebiet des sogenannten ‚ÄěUnabh√§ngigen Staates Kroatien‚Äú (NDH) ausgetragen wurde. Der 1941 bis 1945 von den Italienern geduldete NDH-Staat mit den Domobranen wurde von der katholischen Kirche unterst√ľtzt und war faschistisch dominiert. Die katholische Kirche war nicht beteiligt am Widerstand gegen die Besatzer, sie unterst√ľtzte den unabh√§ngigen kroatischen Staat mit den kroatischen Ustascha/Domobranen. Durch die Unterdr√ľckung der serbischen Minderheit in Kroatien gingen viele Serben zu den Partisanen. Es herrschte ein gegenseitiger ethnischer und ideologischer B√ľrgerkrieg zwischen Ustascha, Partisanen und Tschetniks.

Flucht nach S√ľdk√§rnten


1945 √ľbernahmen die Partisanen, die f√ľr ein kommunistisches Gesamtjugoslawien eintraten, die Macht. Viele moslemische Bosniaken hatten sich der Ustascha-Bewegung und der Domobranen angeschlossen um Schutz vor den Tschetniks zu suchen. Die kroatischen Ustascha/Domobranen und die slowenischen Domobranzen, die mit den Deutschen und Italienern kollaborierten, fl√ľchteten nach K√§rnten, gro√üteils nach Bleiburg, aber auch Viktring, Grafenstein und Krumpendorf. Unter den antikommunistischen Fl√ľchtlingen (laut britischen Quellen 700.000) waren auch viele Zivilisten und Geistliche, die sich vor der Revolutionsgewalt der Partisanen f√ľrchteten. Die Fl√ľchtlinge wurden von den Briten, die K√§rnten besetzt hatten, zur√ľck an die Partisanen von Tito ausgeliefert, die im Zuge der Partisanenzeit in K√§rnten auch an die 200 S√ľdk√§rntner Zivilisten t√∂teten. Die ersten Erschie√üungen am Loibacher Feld und in √Ėsterreich waren Racheaktionen der serbischen Partisanen an den Kroaten, die sie als Minderheit verfolgt hatten (Rulitz hat insgesamt 350 tote antikommunistische Kroaten und Slowenen nach Exhumierungsberichten in √Ėsterreich lokalisiert). Historisch fakt ist, es kam nach dem Krieg zum gr√∂√üten systematisch organisierten Massaker an Fl√ľchtlingen im √∂sterreichisch-slowenischen Grenzgebiet im Nachkriegseuropa.

Film soll sensibilisieren


‚ÄěBei den Gedenken in den n√§chsten Tagen geht es den Kroaten nicht nur um ihre Toten sondern auch um den Verlust ihrer ersten staatlichen Unabh√§ngigkeit. In Kroatien gibt es Bleiburg-Stra√üen und Bleiburg-Briefmarken. Derzeit gedenkt jeder seiner Opfer. Der Konsens geht dahin, zu einer gemeinsam grenz√ľberschreitenden Aufarbeitung der Geschichte und aller Opfer des Totalitarismus und auch der von Partisanen get√∂teten K√§rntner Zivilisten zu gedenken‚Äú, betont der Historiker Rulitz. Das Ziel des Films ist, die Bev√∂lkerung √ľber die in S√ľdk√§rnten stattgefundenen Massaker sowie Gebietsanspr√ľche der Partisanen neutral zu informieren und aufzuzeigen, wie schnell politische Systeme zu einer Gefahr werden k√∂nnen. Der Film hat prim√§r einen historischen Bildungsauftrag und die Vermittlung der historischen Wahrheit sachlich und informativ auch f√ľr junge Menschen aufzuarbeiten. ‚ÄěWichtig ist es‚Äú, so Rulitz, ‚Äědie grenz√ľberschreitende Geschichtsaufarbeitung im Alpe Adria Raum voranzutreiben und alle Seiten anzuh√∂ren.‚Äú

 

 

 

ZUR SACHE:

Filmvorf√ľhrung: Fluchtpunkt K√§rnten - Die Trag√∂die von Bleiburg und Viktring
Wann: Donnerstag, 9. Mai, 19:00 Uhr
Wo: Grenzlandheim/Altes Kino Bleiburg
Moderation: ORF-Filmemacher Ferdinand Macek
Teilnehmer an der Podiumsdiskussion:
Dr. Borut Marjan Sturm, Historiker
Dr. Josef Feldner, Obmann Kärntner Heimatdienst
Mijo Juric, Historiker
Mag. Dr. Florian Thomas Rulitz, Historiker

Zum Anhören: Wissenschaftliche Vordiskussion zwischen den beiden Kärntner Historikern Dr. Florian Thomas Rulitz und Dr. Marjan Borut Sturm zur Filmpräsentation und Hauptdiskussion am 9. Mai 2019 im Grenzlandheim in Bleiburg im Kärntner Slowenischen Minderheiten Programm: Radio Agora


Zum Anhören: Link anklicken: https://cba.fro.at/404175 Abgerufen am 28. April 2019. https://cba.fro.at/404175


Interview ORF-Christian Wehrsch√ľtz mit Johann Neubersch https://www.youtube.com/watch?v=LHeinr76qjg&t=103s/


Tote am Loibacher Feld der zwangsrekrutierte Partisan Johann Neubersch berichtet https://www.youtube.com/watch?v=pfeMxZdOLqQ

 

Autor: Barbara Le-Dixer aus Völkermarkt, www.meinbezirk.at

Zur√ľck Startseite DE

www.hkz-kkv.ch

003 - 2019

 

 

Neue Seite 1
© 2002 HKZ Hrvatska Kulturna Zajednica
Design & programming: TOKU